Shàolín Sì Xíng Quán - 少林四形拳
Shàolín Sì Xíng Quán bedeutet wörtlich „Shaolin Vier-Formen-Faust“. Die Bezeichnung steht für ein eigenständig aufgebautes, shaolin-inspiriertes Kung-Fu-System, das vier tragende Ausdrucksformen in einer klaren Linie vereint.
Diese vier Formen stehen für die systemische Shaolin-Wurzel sowie für die charakteristischen Prinzipien von Tiger, Kranich und Mantis. Sie werden nicht als lose nebeneinanderstehende Einzelstile verstanden, sondern als miteinander verbundene Bewegungs-, Kraft- und Strukturprinzipien innerhalb eines gemeinsamen Systems.
Der Begriff Xíng meint dabei nicht nur äußere Form, sondern auch Ausdruck, Bewegungscharakter, Struktur und innere Qualität. Shàolín Sì Xíng Quán beschreibt somit eine Kampfkunst, in der unterschiedliche klassische Prinzipien zu einer bewussten Einheit zusammengeführt werden:
Kraft undEntschlossenheit des Tigers,
Balance und Präzision des Kranichs,
Winkelarbeit und Reaktionsfähigkeit der Mantis
sowie die tragende Disziplin und Grundstruktur der Shaolin-Tradition.
Die Bezeichnung Shàolín Sì Xíng Quán versteht sich als moderne Stildefinition für ein eigenständig entwickeltes System auf Grundlage shaolin-orientierter Prinzipien. Sie erhebt keinen Anspruch darauf, ein offiziell historisch überlieferter Originalstil aus dem Shaolin-Tempel zu sein. Vielmehr benennt sie bewusst einen klaren, seriösen und systematischen Weg, in dem traditionelle Einflüsse zu einer eigenen Linie verbunden werden.
Im Mittelpunkt von Shàolín Sì Xíng Quán stehen nicht nur Technik und Form, sondern auch Haltung, Disziplin, Verantwortung, innere Reifung und die bewusste Verbindung von Können und Charakter. Damit versteht sich der Stil nicht nur als Methode des Kämpfens, sondern als strukturierter Weg der körperlichen, geistigen und charakterlichen Schulung.
Shàolín Sì Xíng Quán wurde in seiner heutigen Form maßgeblich durch Shīfu Shì Héng Dào geprägt. Seine Entwicklung beruht auf langjähriger Erfahrung in unterschiedlichen chinesischen und chinesisch geprägten Kampfkünsten sowie auf Einflüssen mehrerer Lehrerlinien. Die Verbindung zwischen traditioneller Kampfkunst und modernen Elementen soll dabei die Brücke zwischen der Kultivierung des Herzens, des Charakters, sowie des Geistes und zum anderen eine effektive Möglichkeit der Selbstverteidigung für die heutige Zeit bilden.



